Die fünf Prinzipien der Sozialraumorientierung
Wolfgang Hinte formulierte fünf handlungsleitende Prinzipien:
1. Orientierung am Willen der Menschen
Nicht ich als Fachkraft entscheide, was „gut“ ist, sondern die betroffene Person selbst.
Die Unterstützung beginnt mit der Frage:
„Wie möchten Sie leben?“
Aus der Lebensenergie der Menschen werden Ziele entwickelt und daran knüpft sozialarbeiterische Unterstützung.
Hilfe wird nicht verordnet, sondern gemeinsam entwickelt.
2. Aktivierung statt Betreuung
Menschen werden nicht versorgt, sondern befähigt. Menschen kriegen Würde nur durch das, was sie selbst tun und nicht durch das, was für sie getan wird.
Ziel ist es, vorhandene Fähigkeiten zu stärken und Selbsthilfepotenziale zu aktivieren.
3. Ressourcenorientierung
Der Blick richtet sich auf:
"Was ist da?“ statt „Was fehlt?“
Auch im hohen Alter gibt es Kompetenzen, Lebenserfahrung und soziale Netzwerke, die gestärkt werden können.
4. Zielgruppen- und bereichsübergreifendes Arbeiten
Soziale Problemlagen sind oft komplex. Deshalb arbeitet Sozialraumorientierung:
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interdisziplinär (Pflege, Beratung, Arbeit im Wohnumfeld)
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institutionsübergreifend
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vernetzt im Gemeinwesen
5. Kooperation und Koordination
Ein funktionierender Sozialraum entsteht durch Zusammenarbeit:
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Ehrenamtliche
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Kirchengemeinden
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Nachbarschaftsinitiativen
So entsteht ein unterstützendes Netzwerk rund um ältere Menschen.